Die erste ehrliche Aussage über KI-Sichtbarkeit lautet: Es gibt nichts zu messen im Sinne einer Kennzahl. Keine Position, kein Volumen, kein Index, in den man hineinsehen könnte. Wer trotzdem eine Zahl mit Nachkommastelle vorlegt, hat sie gebildet, nicht erhoben.
Was möglich ist, sind wiederholte Stichproben. Richtig gemacht, ergeben sie über Monate eine belastbare Entwicklung.
Schritt 1: Fragenkatalog
Zwanzig bis vierzig Fragen, die ein potenzieller Kunde tatsächlich stellen würde. Drei Arten mischen:
- Kategoriefragen: „Wer bietet X in Y an?"
- Sachfragen: „Wie funktioniert X?" – hier geht es um die Übernahme Ihrer Erklärung, nicht Ihres Namens
- Markenfragen: „Was macht [Ihr Name]?" – prüft, ob Sie richtig beschrieben werden
Die dritte Art wird meist vergessen und liefert die unangenehmsten Erkenntnisse.
Schritt 2: Feste Erhebungsbedingungen
Gleiche Formulierung, gleicher Wochentag, gleiche Systeme, jeweils in einer frischen Sitzung ohne Verlauf. Jede Frage dreimal, weil Antworten schwanken. Notiert wird der Wortlaut, nicht eine Einschätzung.
Schritt 3: Auswerten mit drei Feldern
Je Antwort genügen drei Spalten: Wurden Sie genannt? Wurde eine Quelle angegeben, und welche? Ist die Aussage über Sie zutreffend? Mehr Felder verleiten dazu, eine Bewertung zu erfinden.
Was aus den Daten ablesbar ist
- Ob Sie in einer Kategorie überhaupt vorkommen
- Ob eine falsche Angabe über Sie im Umlauf ist – das ist der wertvollste Befund
- Welche Ihrer Seiten als Quelle auftauchen und welche nie
- Ob sich das über Monate verändert
Was nicht ablesbar ist
Reichweite. Wie viele Menschen diese Antwort gesehen haben, weiß niemand. Ein Vergleich mit Zugriffszahlen aus der Websitestatistik ist deshalb nicht möglich. Wer das anders darstellt, verwechselt Stichprobe mit Messung.
Der Aufwand
Für dreißig Fragen an drei Systeme mit drei Durchläufen: rund zwei Stunden im Monat von Hand, mit einfacher Automatisierung deutlich weniger. Das ist überschaubar – und mehr, als die meisten tun.
Ein Nebeneffekt, der den Aufwand rechtfertigt
Beim Durchlesen der Antworten sehen Sie, welche Fragen Ihre Inhalte nicht beantworten. Diese Liste ist in aller Regel wertvoller als die Sichtbarkeitszahlen selbst.