Dieses Portal lief mehrere Jahre auf WordPress. Seit dem Umzug erzeugt ein statischer Seitengenerator aus einer Datenbank fertige HTML-Dateien. Ein Bericht in eigener Sache, mit den Punkten, die vorher nicht klar waren.

Was den Ausschlag gab

Nicht die Ladezeit. Die war mit Zwischenspeicher ausreichend. Ausschlaggebend waren drei andere Punkte:

  • Autorschaft als Datenmodell. Ein Name im Feld „Verfasser" lässt sich nicht als Person mit Fachgebieten und Belegen auszeichnen. Dafür braucht es einen eigenen Datensatz – nachrüstbar mit Erweiterungen, aber dauerhaft Handarbeit.
  • Glossareinträge als eigener Typ. Im alten Aufbau waren sie Beiträge in einer Kategorie. Damit ließ sich keine feste Struktur aus Kurzantwort, Fakten und Einordnung erzwingen.
  • Wartungsaufwand. Kern, Erweiterungen, Design – ein wiederkehrender Posten für Aktualisierungen, der nichts zum Inhalt beiträgt.

Was sich messbar geändert hat

Die Auslieferung ist eine fertige Datei ohne Datenbankabfrage. Es gibt keine Erweiterungen, die aktualisiert werden müssen, und keine Anmeldemaske im öffentlichen Bereich. Die Reichweitenmessung läuft cookielos, weshalb keine Einwilligungsabfrage nötig ist.

Auf jeder Seite steht jetzt ein zusammenhängender Datengraph statt einzelner Auszeichnungsblöcke: Seite, Beitrag, Person und Organisation sind über stabile Kennungen verknüpft.

Was verloren geht

Vor allem Bequemlichkeit. Änderungen werden erst nach einem Neubau sichtbar. Bei diesem Umfang dauert das Sekunden – wer stündlich veröffentlicht, muss den Ablauf automatisieren.

Außerdem entfällt alles, was eine Ausgabe je Besucher braucht: keine Kommentare, keine Anmeldebereiche, keine personalisierten Inhalte. Für ein Fachportal ist das kein Verlust, für einen Onlineshop wäre es das Ausschlusskriterium.

Der Teil, der die meiste Arbeit gemacht hat

Nicht die Technik, sondern die Adressen. Über 170 gewachsene Adressen mussten erfasst und zugeordnet werden. Die Entscheidung, /blog/ und /glossar/ unverändert zu lassen, hat den größten Teil der Weiterleitungen erspart – einschließlich der drei Adressen mit Schreibfehler, die bewusst so geblieben sind.

Zusammengeführt wurden nur eng verwandte Glossareinträge, etwa Overfitting und Underfitting. Deren alte Adressen leiten dauerhaft auf den zusammengeführten Eintrag.

Für wen sich das lohnt

Ja: Wissensportale, Fachlexika, Dokumentationen, Verzeichnisse – Angebote mit vielen Seiten, wenigen Redakteuren und dem Anspruch auf saubere Auszeichnung.

Nein: Alles mit Warenkorb, Anmeldebereich oder Inhalten, die sich je Besucher unterscheiden. Und alles, wo mehrere Personen ohne technische Kenntnisse mehrmals täglich veröffentlichen.

Der ehrliche Schluss

Ein Systemwechsel verbessert keinen Inhalt. Was er leistet, ist die Beseitigung von Reibung: Was vorher jedes Mal Handarbeit war, entsteht jetzt beim Bauen. Ob sich der Aufwand rechnet, hängt allein davon ab, wie oft diese Handarbeit angefallen wäre.