Ein Systemwechsel ist technisch überschaubar und in einer Hinsicht riskant: Wenn Adressen sich ändern, ohne dass jemand die alten weiterleitet, verschwindet ein Teil der über Jahre aufgebauten Auffindbarkeit. Das fällt erst Wochen später auf und ist dann mühsam zu reparieren.

Die Reihenfolge, die zählt

1. Adressen beibehalten, wo es geht

Jede vermiedene Weiterleitung ist besser als jede gut gemachte. Wenn das neue System freie Adressmuster erlaubt, sollte die Struktur des alten übernommen werden – auch dann, wenn sie nicht der eigenen Vorliebe entspricht.

Das gilt ausdrücklich auch für Schreibfehler in alten Adressen. Ein Tippfehler im Pfad ist unschön; ein 404 auf einer verlinkten Seite ist teurer.

2. Vollständiges Verzeichnis erstellen

Vor dem Umzug alle vorhandenen Adressen erfassen – aus Sitemap, Serverprotokoll und einem Crawl. Das Protokoll ist dabei die wichtigste Quelle: Es zeigt Adressen, die tatsächlich aufgerufen werden, auch solche, die in keiner Sitemap stehen.

3. Zuordnung, keine Sammelweiterleitung

Jede alte Adresse bekommt ein inhaltlich passendes Ziel. Alles pauschal auf die Startseite zu leiten ist die schlechteste Lösung – für Besucher ärgerlich, und Suchmaschinen behandeln solche Weiterleitungen häufig wie eine Fehlerseite.

4. Dauerhaft, nicht vorübergehend

Statuscode 301 für dauerhafte Umzüge. Eine vorübergehende Weiterleitung sagt aus, dass die alte Adresse zurückkommt – bei einem Systemwechsel ist das falsch.

5. Keine Ketten

Alt zu Zwischenstand zu Neu kostet bei jedem Schritt. Ketten entstehen unbeabsichtigt aus mehreren Regeln, die nacheinander greifen – etwa Weiterleitung von HTTP auf HTTPS, dann von www weg, dann auf die neue Adresse. Nachprüfen, nicht annehmen.

Die Prüfung nach dem Umzug

Eine Liste aller alten Adressen durchlaufen lassen und den Statuscode protokollieren. Erwartet werden 200 oder 301; alles andere kommt auf die Nacharbeitsliste. Das dauert bei einigen hundert Adressen Minuten und ist der einzige Weg, Vollständigkeit zu belegen.

Wiederholen sollte man das nach einer Woche und nach einem Monat, weil manche Adressen erst dann wieder aufgerufen werden.

Was zusätzlich mitwandern sollte

  • Die Sitemap unter derselben Adresse wie vorher
  • Eine robots.txt, die nicht versehentlich alles sperrt
  • Eine Fehlerseite, die weiterführt statt nur zu bedauern
  • Die Inhaberschaft in den Suchmaschinen-Werkzeugen – vor dem Umzug prüfen, nicht danach suchen

Der Punkt, der am häufigsten vergessen wird

Interne Verweise. Wenn im neuen System noch alte Adressen verlinkt sind, läuft jeder Klick über eine Weiterleitung. Das funktioniert, ist aber unnötig – und es verdeckt, welche Weiterleitungen tatsächlich noch gebraucht werden.