Sie fragen ein Sprachmodell nach Anbietern in Ihrer Branche. Es nennt fünf. Ihr Unternehmen ist nicht dabei. Es gibt keine Position, auf der Sie stehen könnten, keine Ergebnisliste, in der Sie weiter unten wären – Sie kommen schlicht nicht vor.

Was Generative Engine Optimization meint

GEO ist die Arbeit daran, dass Inhalte von Sprachmodellen übernommen und der richtigen Quelle zugeschrieben werden. Das ist kein Gegensatz zu SEO, sondern eine Verschiebung des Schwerpunkts: Vieles, was ohnehin gute Praxis war, wird wichtiger; Textlänge um der Länge willen wird wertloser.

Die vier Hebel, die belegbar wirken

1. Absätze, die für sich stehen

Modelle übernehmen selten ganze Texte, sondern Abschnitte, die eine Frage vollständig beantworten. Ein Absatz mit „wie oben beschrieben" oder einem Pronomen ohne Bezug wird beim Herauslösen unverständlich. Der Prüfstein: Kopieren Sie einen beliebigen Absatz in ein leeres Dokument – ergibt er noch Sinn?

2. Prüfbare Angaben mit Datum

Konkrete Zahlen, Fundstellen, Prüfdaten. Nicht „führend am Markt", sondern „seit 2012, 33 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,93". Das eine lässt sich zitieren, das andere ist Selbstlob.

3. Belegte Urheberschaft

Ein Name unter der Überschrift ist eine Beschriftung. Eine Person wird für Maschinen erst greifbar durch ein eigenes Profil mit Fachgebieten, Belegen und Verweisen auf Seiten, die jemand anderes betreibt – mit Rückverweis.

4. Strukturierte Daten als Graph

Nicht einzelne Auszeichnungsblöcke nebeneinander, sondern verknüpfte Angaben: Die Seite gehört zur Website, der Beitrag hat einen Autor, der Autor arbeitet für eine Organisation.

Was sich messen lässt – und was nicht

Es gibt keine Rangliste, kein Suchvolumen und keinen Index. Messen heißt: einen festen Katalog von Fragen in gleichen Abständen an mehrere Systeme stellen, den Wortlaut der Antworten protokollieren und festhalten, ob und wie die eigene Quelle genannt wurde.

Das ist eine Stichprobe, keine Statistik. Antworten schwanken zwischen zwei Aufrufen, hängen an der Formulierung und am Standort. Wer daraus einen Prozentwert mit Nachkommastelle macht, überinterpretiert eigene Daten.

Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen

  • Eine zugesagte Position oder Nennung in ChatGPT. Die kann niemand liefern.
  • Ein „GEO-Score" ohne offengelegte Berechnung.
  • Massenhaft erzeugte Texte als Maßnahme – das war schon bei Suchmaschinen der falsche Weg.
  • Keine Angabe dazu, wie gemessen wird.

Der unbequeme Teil

Der Großteil dessen, was unter GEO verkauft wird, ist saubere redaktionelle und technische Arbeit unter neuem Namen. Das ist kein Vorwurf – es ist der Grund, warum es funktioniert. Wer erwartet, mit einem neuen Kniff an einer inhaltlichen Schwäche vorbeizukommen, wird enttäuscht.