Der Zeitgewinn durch Sprachmodelle entsteht selten dort, wo er versprochen wird. Er entsteht bei Aufgaben, die häufig anfallen, klar umrissen sind und deren Ergebnis ohnehin jemand gegenliest.
Zehn Abläufe, die sich rechnen
- Antwortentwürfe für wiederkehrende Anfragen. Nicht das Versenden, nur der Entwurf.
- Besprechungsnotizen zu Aufgabenlisten. Aus Stichworten wird eine Liste mit Zuständigkeit und Frist.
- Angebotstexte aus einer Leistungsbeschreibung. Kalkulation bleibt außen vor.
- Übersetzungen für interne Zwecke. Für Verträge und Veröffentlichungen weiterhin fachlich prüfen lassen.
- Zusammenfassungen langer Dokumente. Mit der Auflage, Seitenzahlen mitzugeben.
- Umschreiben für andere Kanäle. Ein Text, vier Längen.
- Auswertung freier Rückmeldungen. Klassifikation in feste Kategorien.
- Stellenausschreibungen aus Anforderungslisten. Formulierungen anschließend rechtlich prüfen.
- Prüfen eigener Texte auf Widersprüche. Nicht auf Stil, sondern auf Logik und unbelegte Zahlen.
- Erste Gliederungen für Konzepte. Als Widerspruchsfläche, nicht als Ergebnis.
Was die zehn gemeinsam haben
In allen Fällen liegt der Ausgangsstoff bereits vor, das Ergebnis wird von einem Menschen abgenommen, und ein Fehler ist erkennbar, bevor er nach außen geht. Fehlt eine dieser drei Bedingungen, kippt die Rechnung.
Drei Abläufe, die sich nicht rechnen
Recherche ohne Quellen. Ein Modell ohne angebundene Quellen liefert Plausibles. Die Nachprüfung kostet mehr Zeit, als die Recherche gespart hat.
Automatisch versendete Kundenkommunikation. Der erste falsche Zusagesatz kostet mehr als ein Jahr eingesparter Schreibzeit.
Zahlenarbeit. Für Rechnen gibt es Tabellenkalkulationen. Ein Sprachmodell schätzt, wo ein Werkzeug rechnet.
Die Rechnung, die vorher gehört
Zeitgewinn je Vorgang mal Häufigkeit, abzüglich Prüfzeit, abzüglich Einführungsaufwand. Bei fünf Vorgängen im Monat lohnt sich nichts davon. Bei fünfzig in der Woche lohnt sich fast alles.