Abstrakte Regeln zum Prompt-Aufbau helfen wenig, solange man den Unterschied nicht sieht. Vier Beispiele, jeweils vorher und nachher.

Beispiel 1: Produkttext

Vorher: „Schreibe einen Text über unseren neuen Akkuschrauber."

Nachher: „Schreibe 90 bis 110 Wörter Fließtext für eine Produktseite. Zielgruppe: Handwerksbetriebe, die täglich damit arbeiten. Nenne genau diese drei Angaben: 18 Volt, 2,0 Ah, 1,3 kg. Erfinde keine weiteren technischen Daten. Keine Ausrufezeichen, keine Einleitung."

Warum es wirkt: Länge, Zielgruppe und – entscheidend – die Grenze der zulässigen Angaben. Ohne den Satz zu den erfundenen Daten ergänzt ein Modell zuverlässig plausible Werte.

Beispiel 2: E-Mail-Antwort

Vorher: „Antworte höflich auf diese Beschwerde."

Nachher: „Antworte auf die folgende Beschwerde. Sachlich, ohne Floskeln, Ansprache mit Sie. Räume den Fehler ein, nenne die Lösung (Ersatzlieferung bis Freitag), kein Rabattangebot. Maximal 120 Wörter."

Warum es wirkt: Das Modell weiß sonst nicht, welche Zusagen es machen darf. „Kein Rabattangebot" verhindert genau das, was ungeprüft veröffentlichte KI-Antworten teuer macht.

Beispiel 3: Zusammenfassung

Vorher: „Fasse das zusammen."

Nachher: „Fasse das Protokoll in maximal fünf Stichpunkten zusammen. Ein Stichpunkt je Beschluss, jeweils mit der zuständigen Person. Offene Punkte gesondert am Ende. Wenn keine Zuständigkeit genannt ist, schreibe ‚offen‘ statt zu raten."

Warum es wirkt: Die letzte Anweisung. Ohne sie verteilt ein Modell Zuständigkeiten nach Plausibilität.

Beispiel 4: Auswertung

Vorher: „Was sagen diese Kundenbewertungen aus?"

Nachher: „Ordne jede Bewertung genau einer Kategorie zu: Lieferung, Produktqualität, Service, Preis, Sonstiges. Gib eine Tabelle mit Bewertungsnummer und Kategorie aus, ohne Kommentar. Bei Unklarheit: Sonstiges."

Warum es wirkt: Aus einer offenen Frage wird eine Klassifikation mit festem Ergebnisraum – maschinell weiterverarbeitbar und überprüfbar.

Das gemeinsame Muster

In allen vier Fällen sind es dieselben drei Ergänzungen: eine messbare Formvorgabe, der fehlende Kontext und eine ausdrückliche Regel für den Zweifelsfall. Die dritte ist die, die am seltensten mitgeschrieben wird und am meisten verhindert.